Unter dem Titel „Was hat Hypnose mit ADHS zu tun?“ bündle ich Informationen und therapeutische Perspektiven rund um ADHS und Hypnose. Der Bereich zeigt auf, wie hypnotische Verfahren zur Ressourcenaktivierung, Stressreduktion und Stabilisierung im Alltag beitragen können und wie eine strukturierte Begleitung aussehen kann. Besonderer Wert wird auf eine medizinfachliche Einordnung gelegt: Hypnose wird als unterstützender Baustein verstanden, eingebettet in eine sorgfältige Abklärung und eine individuell abgestimmte Behandlung.
Ein Kind mit ADHS hört bis zu seinem zwölften Geburtstag schätzungsweise 20.000 Mal, dass es sich anpassen soll.
Dabei sind es Flexibilität, Mut und Kreativität, die in einer Welt voller Veränderung am meisten gebraucht werden. Und genau die bringen viele Menschen mit ADHS mit.
Ein gesundes Selbstbild ist die Basis dafür, diese Stärken auch zu nutzen: um Beziehungen zu gestalten, zusammenzuarbeiten und in Krisen handlungsfähig zu bleiben. In Hypnose arbeiten wir an genau dieser Basis.
[KOSTENLOSES ERSTGESPRÄCH VEREINBAREN]
Streng dich mehr an. Sitz still. Träum nicht. Pass dich an. Jeder einzelne Satz ist klein. Doch sie summieren sich, Tag für Tag, über Jahre, und graben sich tief ins Unterbewusstsein ein.
Dort werden sie zu Prägungen und Glaubenssätzen, die mit dem Verstand nur schwer zu relativieren sind, weil sie unterhalb der Ebene liegen, auf der Argumente wirken. Ein Kind schliesst aus dem, was es tausendfach hört, das einzig Naheliegende: mit mir stimmt etwas nicht. Ich passe nicht in das System.
Der Psychiater William W. Dodson schätzt, dass Kinder mit ADHS bis zum zwölften Lebensjahr rund 20.000 korrigierende oder kritische Rückmeldungen mehr erhalten als ihre Altersgenossen. Über Jahre formt das nicht das Verhalten. Es formt das Selbstbild.
Menschen mit ADHS lernen, mit ihren Besonderheiten zu leben. Sie entwickeln Coping-Strategien, bauen Routinen, kompensieren, strengen sich doppelt an. Viele funktionieren damit über Jahre erstaunlich gut.
Und dann wird das Berufsleben dichter, schneller, vielschichtiger. Irgendwann tragen die alten Strategien nicht mehr. Genau an diesem Punkt suchen viele Erwachsene zum ersten Mal Hilfe und stossen dabei auf einen alten, längst vergessenen Satz, der die ganze Zeit mitgelaufen ist: «mit mir stimmt etwas nicht».
Eine Welt, die jahrzehntelang Anpassung belohnt hat, weicht einer Welt, in der Maschinen das Anpassen, Speichern und Abarbeiten übernehmen. Was eine künstliche Intelligenz kann, wird billig. Mut, Kreativität, Selbstführung, Kooperation sind gefragt. Empathie mit sich selbst und mit Anderen, die Fähigkeiten Beziehungen zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen und auch in Krisen handlungsfähig zu bleiben werden unbezahlbar.
Die Zukunft gehört dem Menschen, der mit Veränderung umgehen kann. Und darin liegt die eigentliche Tragik: Viele Menschen mit ADHS besitzen diese Fähigkeiten, verlieren aber ihren Selbstwert beim Versuch, in ein System zu passen, das in wenigen Jahren so vielleicht gar nicht mehr existiert. Sie messen sich an einem Massstab, der gerade verschwindet, und tragen die Überzeugung, weniger wert zu sein, in eine Welt hinein, die gerade jene Fähigkeiten sucht, welche bei ihnen oft unter all der Korrektur verschüttet wurden.
Sie arbeitet dort, wo der alte Satz eingraviert wurde: auf der Ebene, auf der Prägungen entstehen. Dort wird ein anderes Erleben des eigenen Anderssseins möglich. Die Einzigartigkeit eines jeden Menschen kommt in den gefühlten Mittelpunkt und bildet die Basis sich selbst zu schätzen für die eigene Art zu denken, zu fühlen und wahrzunehmen, die einen Platz haben darf und in der kommenden Welt einen Wert hat.
Kinder (ab 7-10 Jahren)
In kindgerechter Begleitung, oft eingebettet in Bilder und Geschichten, darf ein Kind sich selbst anders erleben als durch die Brille ständiger Korrektur. Die Eltern werden eng einbezogen.
Jugendliche (11-18 Jahre)
In einer Lebensphase, in der das Selbstbild ohnehin in Bewegung ist und nach positiver Bestätigung im Aussen sucht, ist das Grundgefühl «ich bin gut so wie ich bin» besonders wertvoll. Hier kann die ursachenorientierte Arbeit mit Hypnose helfen, alte Sätze von der eigenen Person zu lösen und wieder Zugang zu eigenen Stärken zu finden.
Erwachsene
Für Menschen, deren Coping-Strategien an ihre Grenze gekommen sind, und für jene, die schon lange ahnen, dass der Satz mit mir stimmt etwas nicht nie gestimmt hat.
Eine wichtige Klarstellung, damit Sie wissen, was Sie hier erwartet: Ich biete keine ADHS-Diagnostik an. Als Kinderärztin verstehe ich ADHS fachlich, doch in dieser Praxis stelle ich keine Diagnosen und führe keine medizinischen Abklärungen durch.
Wenn bei Ihnen oder Ihrem Kind ein Verdacht auf ADHS besteht, der noch nicht abgeklärt ist, wenden Sie sich für die Diagnostik bitte an Ihre Kinderärztin, Ihren Hausarzt oder eine spezialisierte Stelle. Was ich anbiete, ist die hypnotherapeutische Begleitung dessen, was eine ADHS Diagnose im Selbsterleben hinterlässt: die Arbeit am Selbstwert, an alten Prägungen und am eigenen Verhältnis zu sich selbst.